🧠 Alte Glaubenssätze loslassen – Platz schaffen für dein neues Kapitel

Du hast in dieser Dezember-Serie schon viel angeschaut:

Heute geht es um etwas, das wie ein unsichtbares Betriebssystem im Hintergrund läuft:

Deine Glaubenssätze – also die tief sitzenden Überzeugungen darüber, wer du bist, was du darfst und was „man“ halt so macht.

Gerade in den Wechseljahren werden diese inneren Geschichten oft besonders laut:

  • „Ich bin zu alt, um noch mal neu anzufangen.“
  • „Ich muss funktionieren, sonst bricht hier alles zusammen.“
  • „Ich darf nicht so empfindlich sein.“
  • „Ich muss erst XY schaffen, bevor ich an mich denken darf.“

Dieser Beitrag ist eine Einladung, im Dezember innerlich aufzuräumen:
Altes, das dich klein hält, darf gehen – damit das, was du für 2026 gewählt hast, wirklich Platz bekommt.


Was sind Glaubenssätze – und warum melden sie sich jetzt so laut?

Glaubenssätze sind Sätze, die sich in dir eingebrannt haben, oft seit Kindheit oder früher Erwachsenenzeit.
Zum Beispiel:

  • „Sei nicht so egoistisch.“
  • „Reiß dich zusammen.“
  • „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“
  • „Für andere da sein, ist wichtiger als für mich.“

Lange Zeit haben sie dir vielleicht sogar geholfen:

  • du warst zuverlässig, fleißig, „stark“,
  • du hast viel geschafft, viel getragen, vieles im Griff gehabt.

In den Wechseljahren aber passt dieses alte Programm oft nicht mehr:

  • Dein Körper protestiert.
  • Deine Belastbarkeit verändert sich.
  • Deine Wünsche und Werte werden klarer.
  • Du spürst: „So wie bisher kann ich nicht weitermachen.“

Und genau dann meldet sich das alte System:

„Stell dich nicht so an. Mach weiter. Reiß dich zusammen.“

Das ist der Moment, in dem du alte Glaubenssätze liebevoll prüfen darfst.


Typische Glaubenssätze in der Lebensmitte – erkennst du dich wieder?

Vielleicht findest du dich in dem einen oder anderen Satz:

Zu dir selbst

  • „Ich bin nicht mehr so viel wert wie früher.“
  • „Mit meinem Körper darf ich mich nicht zeigen.“
  • „Andere schaffen das doch auch, warum ich nicht?“
  • „Ich bin zu empfindlich.“

Zu Leistung & Funktionieren

  • „Ich muss erst meine Aufgaben erledigt haben, bevor ich mir Ruhe gönnen darf.“
  • „Wenn ich nicht alles im Griff habe, bin ich schwach.“
  • „Ich darf andere nicht enttäuschen.“

Zu Alter & Neuanfang

  • „Für große Veränderungen bin ich jetzt zu alt.“
  • „Das lohnt sich jetzt doch nicht mehr.“
  • „In meinem Alter muss man froh sein, wenn alles so bleibt, wie es ist.“

Zu Beziehungen

  • „Ich darf keinen Ärger machen.“
  • „Hauptsache, den anderen geht es gut.“
  • „Wenn ich meine Bedürfnisse zeige, werde ich abgelehnt.“

Glaubenssätze sind nicht „die Wahrheit“.
Sie sind gelernt – und alles, was gelernt wurde, kann sich auch verändern.


Übung: Deine Glaubenssätze sichtbar machen

Solange Glaubenssätze im Hintergrund laufen, fühlen sie sich an wie Fakten.
Der erste Schritt ist, sie aufs Papier zu holen.

Nimm dir ein Blatt und notiere:

„Was sind Sätze, die in meinem Kopf oft auftauchen, wenn es um mich, meinen Körper, meine Bedürfnisse oder Entscheidungen geht?“

Schreib alles auf, was in dir klingt, z. B.:

  • „Ich darf nicht so viel Raum einnehmen.“
  • „Ich muss mich zusammenreißen.“
  • „Wenn ich Pause mache, bin ich faul.“
  • „Ich darf nicht nein sagen, sonst…“

Wichtig:

  • Du musst sie nicht schönreden.
  • Es reicht, sie ehrlich aufzuschreiben.

Wenn du magst, kannst du dir 1–3 Situationen aus diesem Jahr aufschreiben, in denen du sehr gestresst, überfordert oder traurig warst – und dazu notieren:

  • Was habe ich in diesem Moment über mich geglaubt?
    • z. B. „Ich bin unfähig“, „Ich krieg das nie hin“, „Ich darf nicht schwach sein“.

So werden die inneren Programme greifbarer.


Deine Glaubenssätze prüfen: Stimmt das wirklich?

Such dir jetzt einen Satz aus deiner Liste aus – den, der dich am meisten berührt oder bremst.

Schreib ihn groß auf ein Blatt, z. B.:

„Ich darf nicht so viel Raum einnehmen.“
„Ich bin zu alt, um nochmal neu anzufangen.“
„Ich muss funktionieren, sonst bin ich nichts wert.“

Und dann stell dir ein paar Fragen:

  1. Ist das eine unumstößliche Wahrheit – oder eine alte Geschichte?
    • Gibt es Menschen in meinem Alter, die Neues begonnen haben?
    • Gibt es Momente, in denen ich Raum eingenommen habe – und nichts Schlimmes passiert ist?
  2. Wo habe ich diesen Satz gelernt?
    • Familie, Schule, Gesellschaft, frühere Beziehungen, Job?
    • War dieser Satz vielleicht früher eine Art Schutz, um dazuzugehören oder Konflikte zu vermeiden?
  3. Was kostet es mich, wenn ich diesen Satz glaube?
    • an Lebensfreude, Gesundheit, Nähe, Selbstachtung?
  4. Was wäre anders, wenn ich diesen Satz nicht mehr glauben müsste?
    • Wie würde ich entscheiden?
    • Wie würde ich mit mir sprechen?
    • Wie würde ich handeln?

Du musst den Satz nicht von heute auf morgen „wegmachen“.
Es reicht, wenn du beginnst zu merken:

„Aha – das ist eine alte Geschichte. Sie ist nicht die Wahrheit.“


Einen neuen, unterstützenden Satz formulieren

Statt einfach „positiv zu denken“ (was oft wie ein fremder Mantel wirkt), darfst du dir einen Satz geben, der:

  • freundlicher,
  • wahrhaftiger
  • und ein bisschen weiter ist als das alte Muster – aber noch glaubwürdig.

Beispiele:

  • Aus „Ich bin zu alt, um neu anzufangen“ wird:
    👉 „Ich darf auch jetzt noch Neues ausprobieren – in meinem Tempo.“
  • Aus „Ich muss funktionieren, sonst bin ich nichts wert“ wird:
    👉 „Mein Wert hängt nicht davon ab, wie viel ich leiste.“
  • Aus „Ich darf andere nicht enttäuschen“ wird:
    👉 „Ich darf Entscheidungen treffen, die auch für mich gut sind – auch wenn andere sich umgewöhnen müssen.“
  • Aus „Ich darf nicht so viel Raum einnehmen“ wird:
    👉 „Mein Platz ist genauso wichtig wie der der anderen.“

Such dir für deinen Satz:

  • eine Du-Form, wenn sie dir gut tut („Du darfst…“),
  • oder eine Ich-Form, wenn du ihn direkt verinnerlichen willst („Ich darf…“).

Wichtig:
Du musst deinem neuen Satz nicht zu 100 % glauben.
Ein inneres „Zu 30–40 % fühlt sich das möglich an“ reicht für den Anfang.


Mini-Experiment: 7 Tage mit einem neuen Glaubenssatz

Damit dein neuer Satz nicht in der Schublade verschwindet, probier ein kleines Experiment:

Schritt 1: Sichtbar machen

  • Schreib deinen neuen Satz auf eine Karte und hänge sie an:
    • Spiegel, Kühlschrank, Nachttisch oder Laptop.
  • Nutze ihn als Handy-Hintergrund oder als Startseite in deinem Notizbuch.

Schritt 2: Tägliche Erinnerung

Jeden Morgen:

  • lies deinen Satz einmal laut oder leise,
  • und frag dich:

„Wenn ich heute ein klein wenig mehr nach diesem Satz leben würde –
was wäre eine kleine Sache, die ich anders mache?“

Zum Beispiel:

  • ein „Nein“ zu einer Bitte, die dich überfordert
  • ein Glas Wasser und fünf Minuten Pause, bevor du weitermachst
  • ein liebevollerer Blick in den Spiegel
  • eine Entscheidung, die nicht allen, aber dir guttut

Schritt 3: Abend-Reflexion

Abends frag dich:

„Wo habe ich heute schon ein bisschen nach meinem neuen Satz gelebt?“

Schreib 1–3 Momente auf – sie dürfen mini-klein sein.

Damit signalisierst du deinem Gehirn:

„Schau – es ist möglich, anders mit mir umzugehen.“


Was, wenn alte Glaubenssätze wieder laut werden?

Sie werden es.
Das ist kein Rückfall, sondern normal.

Alte Muster melden sich besonders dann, wenn du:

  • müde bist,
  • gestresst bist,
  • etwas Neues ausprobierst,
  • Grenzen setzt, wo du früher geschwiegen hast.

Wenn du merkst, dass wieder ein alter Satz übernimmt, kannst du innerlich sagen:

„Hallo alter Glaubenssatz – ich kenne dich.
Du wolltest mich früher schützen.
Aber ich probiere gerade etwas Neues aus.“

Dann erinnere dich an deinen neuen Satz – nicht als Zwang, sondern wie an eine Freundin, die kurz deine Hand nimmt.


Loslassen heißt nicht: alles weg, sofort perfekt

„Alte Glaubenssätze loslassen“ klingt oft, als könntest du einmal ausmisten und dann ist alles erledigt.
In Wirklichkeit ist es eher wie:

  • Schicht für Schicht eine alte Zwiebel abschälen
  • jedes Jahr ein bisschen klarer werden
  • immer öfter im neuen Denken landen – und immer seltener im alten

Besonders in den Wechseljahren kann dieser Prozess sehr heilsam sein:

  • Du musst nicht mehr allem und allen entsprechen.
  • Du darfst dein inneres Drehbuch neu schreiben.
  • Du darfst entscheiden, welche Sätze über dich mit in dein nächstes Kapitel dürfen – und welche in die Vergangenheit gehören.

Du bist nicht „zu kompliziert“.
Du bist in einer Lebensphase, in der du dein inneres Haus gründlich renovieren darfst.


Wenn du damit nicht allein sein möchtest

Vielleicht spürst du beim Lesen:

  • Da sind einige sehr alte, sehr harte Sätze in dir.
  • Es fällt dir schwer, allein zu unterscheiden, was noch stimmt und was nicht.
  • Du wünschst dir einen geschützten Raum, in dem du das alles sortieren kannst.

Genau dafür ist mein Coachingprogramm für Frauen in den Wechseljahren da.

Wir schauen gemeinsam:

  • welche Glaubenssätze dich gerade am meisten bremsen,
  • woher sie kommen und wozu sie dir früher einmal dienten,
  • welche neuen, stärkenden Überzeugungen jetzt zu dir passen –
  • und wie du sie Schritt für Schritt in deinen Alltag bringst.

Du musst dein inneres Drehbuch nicht alleine umschreiben.

Im nächsten Beitrag dieser Serie geht es darum, wie du durch die Feiertage kommst, ohne dich zu verlieren – mit klaren Grenzen und neuen, liebevolleren Regeln für dich selbst.



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